Die folgende Erzählung einer jungen Frau spielt im Landkreis Peza (Albanien), in der SFI, nebst verschiedenen Sozialprogrammen wie z.B. der Integration von vulnerablen Kindern und Frauen in der Gesellschaft, unter anderem auch 40 Familien, deren Häuser beim Erdbeben 2019 unbewohnbar wurden, unterstützt. Einige der Familien leben noch immer in provisorischen Unterkünften. Die Unterstützung hat auch hier einen ganzheitlichen Ansatz und beabsichtigt die Stärkung der Familien.
Nevila, so heisst die junge Frau, kam mit der Arbeit von SFI vor mehr als 20 Jahren erstmals in Berührung. Ihre damaligen Erlebnisse mit SFI haben sie dazu motiviert, Sozialwissenschaften zu studieren. Nach der erfolgreichen Diplomierung begann Nevila im Mai 2023 eine Arbeit als Beauftragte der Kinderschutzbehörde in Peza, der Gegend, in welcher sie als Kind lebte und auch SFI kennen lernte. Dadurch wurde ihr noch mehr bewusst, welch positiven Einfluss SFI mit ihrem Programm in dieser Region hat und wie wertvoll deren Zusammenarbeit mit den Sozialbehörden ist. Lassen wir Nevila selbst ihre Geschichte erzählen

Meine Bekanntschaft und Verbindung zu SFI begann vor vielen Jahren, als ich ein Kind war

Damals lebte ich mit meiner Familie in Peza, einem kleinen armen Dorf in einer ländlichen Gegend ca. 20km ausserhalb von Tirana. Jedes Jahr vor den Winterferien besuchten Mitarbeitende von SFI die Schulen und verteilten Weihnachtspakete an die Kinder.

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, wie ich gemeinsam mit meinen Schulkameraden die Zeit vor den Winterferien voller Vorfreude erwartete. Die Geschenke enthielten Schulmaterialien, Spielsachen, etwas Warmes zum Anziehen und leckere Süssigkeiten. Dies war etwas ganz besonderes und die Geschenke hatten für uns einen enormen Wert.

Seither sind viele Jahre vergangen, und ich bin nicht mehr das Kind, das Geschenke erhält. Doch wenn ich heute auf diese Zeit meiner Kindheit zurückblicke, werde ich nostalgisch und bin so dankbar für die wertvolle Unterstützung, die uns zuteil wurde. Gleichzeitig macht mich der Gedanke, dass viele Kinder in anderen Gegenden diese Hilfe nicht haben, auch traurig. Doch die schönen Erlebnisse mit SFI haben in mir den Wunsch geweckt, auch anderen Menschen zu helfen und so habe ich beruflich einen Weg dazu gesucht.

Wenn ich heute, nach so vielen Jahren, auf diese Zeit meiner Kindheit zurückblicke, werde ich nostalgisch und bin so dankbar für die wertvolle Unterstützung, die uns zuteil wurde.

So kam es, dass ich im Mai 2023 wieder Kontakt mit SFI aufnahm, diesmal in Form einer Zusammenarbeit. Heute, als Beauftragte der Kinderschutzbehörde in Peza, gehört es mit zu meinen Aufgaben, die Bedürfnisse von Kindern und Familien mit sozioökonomischen Problemen zu ermitteln. Als ich meinen neuen Job begann, hatte ich noch keine praktische Erfahrung in der Betreuung von sozial benachteiligten- oder gefährdeten Kindern.

Da SFI die Gegend und die Verhältnisse sehr gut kennt und eng mit den Sozialbehörden zusammen arbeitet, fragte ich sie um Unterstützung an und die Organisation zeigte bereits beim ersten Kontakt Bereitschaft, Hand zu bieten. Ich wurde unkompliziert in ihr Schulungsprogramm für Sozialmitarbeitende aufgenommen und durfte durch die Schulungen, Workshops und Teilnahme an verschiedenen sozialen Aktivitäten des Rreze Dielli Programms viele praktische Fertigkeiten erlernen, so unter anderem auch, wie man Menschen, die von schweren Schicksalen getroffenen sind, nachhaltig begleiten kann.

Ich erinnere mich, wie die Mutter der beiden Kinder bei unserer Einrichtung verzweifelt um Hilfe bat. Die Not der Familie berührte mich tief.

Während der folgenden Monate besuchten wir auch verschiedene Familien, die dringend Unterstützung brauchten. Eine Familie mit zwei Kindern ist mir dabei in besonderer Erinnerung geblieben.
Ich erinnere mich, wie die Mutter bei unserer Einrichtung verzweifelt um Hilfe bat. Die Winterperiode hatte begonnen und die Familie lebt in einer provisorischen Unterkunft, bei der bei Regen Wasser eindrang, was das Leben der mittellosen Familie zusätzlich erschwerte. Eine Heizung konnte sie sich auch nicht leisten.

Emotional befand ich mich in einer schwierigen Lage, die Not der Familie berührte mich tief. Hier war sowohl materielle wie psychologische Hilfe gefragt. Wir besuchten die Familie gemeinsam und konnten ihr die notwendigen Hilfeleistungen überbringen, inklusive Geschenke für die Kinder. Die Verteilung der Geschenke versetzte mich in glückliche Momente meiner Kindheit zurück und jetzt durfte ich ein Teil davon sein, Freude zu bringen, nicht nur den beiden Kindern, auch den Eltern, die in grosser Not waren. In diesem Moment fühlte ich mich eingebunden, ich spürte wie die SFI Mitarbeitenden mich zu einem Teil der Initiative machten, wir waren ein Team.

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Es fühlte sich gut an, die beiden Kinder an diesem Tag glücklich zu sehen und zu wissen, dass die kommende Nacht in der Unterkunft nicht mehr so kalt sein würde, da die Kinder nun warme Kleidung hatten, die Familie wieder heizen konnte und für die nächsten Mahlzeiten gesorgt war. Als soziales Wesen interagiert man ständig mit dem Umfeld und verspürt das Bedürfnis, denen zu dienen, die in größerer Not sind. Ich fühlte Traurigkeit über das Elend und war zugleich glücklich, dass ich einen Beitrag leisten konnte, der angesichts des Zustandes, in dem sich diese Familie befand, Grosses bewirkte.

In diesen Monaten erhielt ich die Gelegenheit, aus erster Hand zu sehen, dass die wertvolle Arbeit von SFI weiter geht und ich bin dankbar, dass ich ein Teil davon sein darf. Die Arbeit von SFI, die so positive Kindheitserinnerungen bei mir hinterlassen hatte, nun aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und zu sehen wie durch die Unterstützung von SFI vielen Kindern und Familien mit sozioökonomischen Schwierigkeiten ihren Bedürfnissen entsprechend geholfen wird, macht mich glücklich.

Dafür möchte ich mich als Mitarbeiterin der Gemeinde Peza, im Namen dieser Familie und vieler anderer Familien die Unterstützung erhalten haben, bei SFI bedanken. Ich möchte SFI meine aufrichtige Dankbarkeit für ihre unerschütterliche Hingabe daran ausdrücken, Hoffnung und Unterstützung für diejenigen zu bringen, die sie benötigen, insbesondere in schwierigen Zeiten.

Aus tiefstem Herzen, Nevila